Landespreis Energy Globe STYRIA AWARD 2018 – Auszeichnung steirischer Leuchtturmprojekte

 

Auch heuer wurde wieder der begehrte Energie- und Umweltpreis Energy Globe STYRIA AWARD vom Land Steiermark und der Energie Steiermark ausgelobt. Sie luden gemeinsam zur Preisverleihung des Landespreises Energy Globe STYRIA AWARD 2018 am 25. April 2018 und der anschließenden Festveranstaltung in die Aula der Alten Universität Graz ein. In feierlichem Rahmen wurden die nominierten Projekte in den Rubriken des Energy Globe STYRIA AWARD 2018 vorgestellt. Steiermarkweit nahmen 65 Projekte am Bewerb teil und begeisterten die Fachjury mit der Ideenvielfalt und dem regionalen Know-How. Durch die große Anzahl und Qualität der Einreichungen liegt die Steiermark beim Energy Globe Bewerb an Österreichs Spitze und gilt damit als Vorzeigebundesland.

„Klimaschutz, die Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau Erneuerbarer Energien sind für mich wesentliche Herausforderungen für die Zukunft unseres Landes. Mit der Klima- und Energiestrategie 2030 haben wir dafür unsere Ziele und auch den Weg zur Zielerreichung definiert. Dabei setzen wir besonders auch auf den steirischen Innovationsgeist. Erfolgreiche Projekte sind Meilensteine auf dem Weg in eine nachhaltige Energiezukunft.", zeigte sich Landesrat Anton Lang erfreut.

Verliehen wird der Energy Globe STYRIA AWARD in den fünf Rubriken Anwendung, Kampagne, Forschung, Jugend und weltweit. Die Paten der Rubriken, Landesrat Anton Lang und der Vorstand der Energie Steiermark DI Christian Purrer, gaben die Rubrikgewinner bekannt und gratulierten sowohl den Siegern als auch den anderen ausgezeichneten Projekten mit der Übergabe von Urkunden und Statuen. Im Anschluss fand der Festakt mit regionalen Spezialitäten der heimischen Gastronomie einen feierlichen Ausklang. Die Veranstaltung verlief wieder zur vollsten Zufriedenheit der langjährigen Organisatorin Energie Agentur Steiermark. „Der Energy Globe befasst sich mit Themen, die uns ein Anliegen sind. Wir organisieren diesen Preis mit Freude“, betonte DI Wolfgang Jilek, Geschäftsführer der Energie Agentur Steiermark.

 

Rubrik Forschung

In der Rubrik Forschung konnte das Projekt RedK – Reduzierende Kalzinierung in der Grundstoffindustrie unter der Federführung des Institutes für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik an der Technischen Universität Graz die Jury überzeugen und auch das „goldene Ticket“ für den nationalen Energy Globe Bewerb für sich verbuchen. Durch das Projekt lassen sich in der Stahl- und Eisenindustrie deutliche Emissions- und Energieeinsparungen erzielen. Projektpartner waren die voestalpine Stahl GmbH und die VA Erzberg GmbH.

 

 (v.l.n.r.) Georg Baldauf-Sommerbauer, Susanne Lux, Matthäus Siebenhofer (TU Graz), Rubrikpate LR Anton Lang
© Fotos: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Ziel des Projekts RedK war es, die Veredelung von Eisenerz zu Eisenoxid nicht wie derzeit üblich durch Sintern unter oxidierenden Bedingungen, sondern unter reduzierenden Bedingungen in Wasserstoffatmosphäre stattfinden zu lassen. Damit kann das Eisenerz in einem Prozessschritt, der sogenannten „reduzierenden Kalzinierung“, sogar direkt zu metallischem Eisen reduziert und der energieintensive und emissionsreiche Weg durch den Hochofen umgangen werden. Im Vergleich wird nur ein Bruchteil von CO2 emittiert und der Energiebedarf um ca. 29% drastisch gesenkt. Zusätzlich eröffnet sich mit diesem neuen Verfahren die Möglichkeit, auch Erze mit niedriger Eisenkonzentration zu verarbeiten. Die Eisenproduktion am steirischen Erzberg könnte damit signifikant gesteigert und der Standort gestärkt werden.

Weitere ausgezeichnete Projekte in der Rubrik Forschung sind:

 

(v.l.n.r.) Thomas Ramschak (AEE Intec), Christian Liebminger (Kulmer Holz-Leimbau), Karl Höfler und Christian Fink (AEE Intec), Rubrikpate LR Anton Lang
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Vorgefertigte Fassadenelemente mit maximal integrierten HVAC-Komponenten und –Systemen zur Bestandssanierung vom Einreicher AEE-Institut für Nachhaltige Technologien: Im Rahmen des Projektes wurde ein Vorhangfassadenmodul in Holzbauweise mit hochintegrierten aktiven (Wärmepumpe und Photovoltaik) und passiven Gebäudetechnikelementen entwickelt, gebaut und getestet.

 

(v.l.n.r.) Thomas Kunzfeld, Robert Mascher, Christian Flechl (alle Volterio GmbH) Rubrikpate LR Anton Lang
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Vollautomatisches Laden von Elektroautos vom Einreicher VOLTERIO GmbH: Die erste vollautomatische konduktive Ladelösung für Elektroautos ermöglicht verlustfreies und kabelloses Laden von E-Autos.

 

 

 

Rubrik Anwendung

Sieger in der Rubrik Anwendung ist das Solare Speicherprojekt HELIOS vom Einreicher Energie Graz GmbH & Co KG. Die Fernwärme-Hybrid-Anlage im Südosten von Graz kombiniert Wärme aus Sonnenenergie und Deponiegas in einem Großspeicher.

 

(v.l.n.r.) Boris Papousek (Energie Graz), Wolfgang Knaus (Wärmedirektservice Energie Graz), Werner Ressi (Energie Graz), Rubrikpate Christian Purrer (Energie Steiermark)
© Fotos: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Ziel des Projektes ist es, die Versorgungssicherheit des Grazer Fernwärmenetzes weiter zu stärken sowie den städtischen Anstrengungen der fossilen Emissionsreduktion nachzukommen. Gemeinsam mit den Projektpartnern Stadt Graz und Holding Graz sowie den Fördergebern Land Steiermark und KLIEN-Fonds ist es gelungen, ein im urbanen Bereich einzigartiges dezentrales Wärmeversorgungskonzept umzusetzen. Herzstück der Hybridanlage ist ein druckloser Wärmespeicher, der über Solarthermie, ein Deponiegas-Blockheizkraftwerk sowie weitere standortü̈bergreifende Wärme-Auskoppelungsanlagen konditioniert wird. Das Solare Speicherprojekt HELIOS ist modular erweiterbar und umfasst im Endausbau eine Kollektorfläche von ca. 10.000 m². Mit einer CO2-Einsparung von etwa 500 Tonnen pro Jahr leistet die Anlage bereits in der ersten Ausbaustufe einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. 

Weitere ausgezeichnete Projekte in der Rubrik Kampagne sind:

 

(v.l.n.r.) Stefanie Sorgmann (OeAD Wohnraumverwaltung), Martina Feirer (aap.architekten), Wolfram Sacherer (Ennstal Wohn- und Siedlungsgenossenschaft), Kurt Pock (KPZT Ingenieurbüro), Rubrikpate Christian Purrer (Energie Steiermark)
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

mineroom Leoben - Studierenden-Wohnheim vom Einreicher aap.architekten: Das größte Studierenden-Wohnheim Österreichs in Holzbauweise und Passivhausstandard beherbergt rund 200 internationale Studierende in Leoben.

 

(v.l.n.r.) Kurt Woitischek (Murauer Stadtwerke), Irina Wind und Josef Rieberer (Brauerei Murau), Rubrikpate Christian Purrer (Energie Steiermark)
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Transformation der thermischen Energiesysteme in der Brauerei Murau vom Einreicher Brauerei Murau eGen: Die Umstellung der Energieversorgung von Heizöl auf 100% regenerative Nahwärme wurde durch die Optimierung und Anpassung des Brauereiprozesses auf Niedrigtemperaturniveau ermöglicht.

 

 

Rubrik Kampagne

In der Rubrik Kampagne wurde die Zotter Schokoladen Manufaktur mit ihrem nachhaltigen Unternehmenskonzept „Umweltschutz als Erfolgskonzept“ zum Sieger gekürt.  

 

(v.l.n.r.) Christa Bierbaum, Julia Zotter (Zotter Schokoladen Manufaktur), Rubrikpate LR Anton Lang
© Fotos: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Seit vielen Jahren setzt die Zotter Schokoladen Manufaktur auf eine ökologische und ressourcenschonende Schokoladenherstellung. Dabei wird ein ganzheitliches Konzept verfolgt, das von 100 % Bio und Fairtrade bis hin zur Bewusstseinsbildung reicht. Neben der Schokoladenproduktion betreibt Zotter auch eine eigene Erlebniswelt mit Bio-Landwirtschaft und Essbarem Tiergarten und zieht jährlich 260.000 BesucherInnen an. Im Bereich Energieversorgung erfüllt Zotter eine große Vorbildwirkung als Unternehmer: Nahezu 100% der verbrauchten Energie stammen aus erneuerbaren Quellen, wobei 60% der notwendigen Energie (Wärme und Strom) selbst im Haus erzeugen werden. Weitere Maßnahmen wie die Verwendung nachhaltiger Verpackung, die Nutzung von Regenwasser oder die Versorgung der MitarbeiterInnen mit kostenlosem Bio-Mittagessen runden das ganzheitlich nachhaltige Unternehmenskonzept ab. Die Zotter Schokoladen Manufaktur ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass sich soziale Gerechtigkeit, ökogische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Interessen sehr gut vereinbaren lassen.

Weitere ausgezeichnete Projekte in der Rubrik Kampagne sind:

 

(v.l.n.r.) Richard Parncutt, Annemarie Seither-Preisler, Sabrina Sattmann (KFU Graz), Rubrikpate LR Anton Lang
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Global academic conferencing: A semi-virtual approach vom Einreicher Zentrum für Systematische Musikwissenschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz: Das entwickelte semi-virtuelle Konferenzkonzept soll dazu beitragen den ökologischen Fußabdruck der TeilnehmerInnen zu verkleinern.

 

 

(v.l.n.r.) Verena Kassar, Sarah Reindl MSc (das Gramm), Rubrikpate LR Anton Lang
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

das Gramm vom Einreicher das Gramm OG: Der erste verpackungsfreie Lebensmittelladen in Graz verkauft seit 2016 regionale Produkte in Bio-Qualität und setzt auf Bewusstseinsbildung.

 

 

Rubrik Jugend

Das Projekt „Das essbare, bunte Klassenzimmer - Permakultur macht Schule“ vom Verein „Auf neuen Wegen lernen“ gewann in der Rubrik Jugend den begehrten Preis.

 

(v.l.n.r.) Johann Peham, Lion Peham, Wolfgang Vogl (alle Kinderschule Taptana), Rubrikpate LR Anton Lang
© Fotos: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Ziel des Projektes ist es, durch das Anlegen und Bewirtschaften eines Naturgartens in Permakultur einen direkten Bezug zu gesunder, regionaler Ernährung für die Kinder der „Kinderschule Taptana“ in Leoben zu schaffen. Außerdem wird den Kindern das Wissen rund um die natürlichen Kreisläufe der Natur nähergebracht. Natur- und Umwelterziehung sollen zu einem Grundpfeiler des pädagogischen Schulkonzeptes werden. Durch das „essbare, bunte Klassenzimmer“ bietet sich die Möglichkeit, projektorientiert und fächerübergreifend zu arbeiten. Das Erlernen und Anwenden von altem Wissen und Handwerk dient als Sinnes- und Bewusstseinsschulung. Neben dem Lehrpersonal und den Kindern sind auch Eltern und Großeltern sowie interessierte Personen aus dem Umkreis in den gemeinschaftlichen Prozess miteingebunden.  

Weitere ausgezeichnete Projekte in der Rubrik Jugend sind:

 

(v.l.n.r.) Elke Roth-Neukom und Ursula Puchinger (NMS Feldkirchen bei Graz), Rubrikpate LR Anton Lang
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Slow Food vom Einreicher NMS Feldkirchen bei Graz: Das Schulprojekt fördert die Bewusstseinsbildung zur nachhaltigen Landwirtschaft in der regionalen Lebensmittelproduktion und zu klimafreundlichen Produkten.

 

(v.l.n.r.) Hannes Grünbichler, Sebastian Uller, Matthias Wilding (alle HTL Weiz), Rubrikpate LR Anton Lang
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Optimierung einer Kleinwindkraftanlage vom Einreicher HTL Weiz: Im Rahmen einer Diplomarbeit an der HTL Weiz wurde ein Prototyp einer Kleinwindkraftanlage weiterentwickelt und optimiert sowie die ökonomischen Aspekte einer solchen Anlage betrachtet.

 

 

Rubrik weltweit

In der Rubrik weltweit holte sich das VPZ Verpackungszentrum GmbH mit dem Projekt Neue Grazer Bio-Mehrweg-Verpackung aus Zellulose bei der Schweizer COOP den Sieg.

(v.l.n.r.) Markus Kainer und Bettina Reichl (VPZ Verpackungszentrum), Rubrikpate Christian Purrer (Energie Steiermark)
© Fotos: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Das VPZ entwickelte im Auftrag der Schweizer Supermarktkette COOP eine Alternative zum Knotenbeutel aus Plastik. Ziel war es, einen reiß- und nassfesten, kostengünstigen Mehrwegbeutel für Obst und Gemüse aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Der Beutel sollte genügend Transparenz aufweisen, damit bei der Kasse das Füllgut eingesehen werden kann. Zudem sollte das Wiegeetikett gut an dem Beutel anhaften und leicht wieder abgelöst werden. Nach mehreren Prototypen fiel die Wahl auf einen Netzbeutel aus Buchenholzfaser. Nicht nur das Netzgewebe, sondern auch die Kordel besteht aus FSC-zertifizierter Zellulosefaser und wird von der Lenzing AG in Österreich hergestellt. Der neue Mehrweg-Zellulose-Beutel kleidet frisches Obst und Gemüse in 100% Holz und hält sie so länger frisch.

Weitere ausgezeichnete Projekte in der Rubrik weltweit sind:

 

 

(v.l.n.r.) Ewald Spitaler, Newton Spitaler, Mimoza Spitaler (Teko Inzenjering), Rubrikpate Christian Purrer (Energie Steiermark)
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Sustainable and integrated Production of Medical Herbs vom Einreicher Teko Inzenjering RS doo: Das von einem Steirer in Serbien gegründete Unternehmen produziert medizinische Pflanzen- und Bienenprodukten unter ressourcenschonenden, biologischen, gentechnikfreien und energieautarken Bedingungen.

 

(v.l.n.r.) Johannes Höflinger (TU Wien), Helfried Müller (Magna Steyr), Manfred Klell (HyCenta Research), Manfred Limbrunner (Proton Motor Fuel Cell), Rubrikpate Christian Purrer (Energie Steiermark)
© Foto: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

FCREEV - Fuel Cell Range Extended Electric Vehicle vom Magna Steyr: Das entwickelte Antriebskonzept zur Reichweitenerhöhung und Schnellladung von E-Autos mittels Wasserstoff wurde voll funktional in einem zugelassenen Prototypfahrzeug zur Demonstration umgesetzt.

 

Detaillierte Informationen zum Preis und zu den Projekten entnehmen Sie bitte der Projektdokumentation.

Zur Aussendung und Fotogalerie des Landes Steiermark und zum NOEST Veranstaltungsarchiv.

Informationen zum Energy Globe AUSTRIA AWARD 2018 finden Sie unter www.energyglobe.at.

 

Alle PreisträgerInnen mit den Paten sowie Kooperationspartnern
© Fotos: Werner Krug, bei Quellenangabe honorarfrei

Wir gratulieren allen TeilnehmerInnen zu Ihren spannenden Projekten und natürlich besonders den glücklichen GewinnerInnen und Ausgezeichneten!  

Ein herzlicher Dank ergeht an alle Einreicher, die Paten, die Kooperationspartner und den Sponsoren.